Den Quartiersansatz fördern

Besonders wirksam ist in der quartiersbezogenen energetischen Stadtsanierung die Kombination verschiedener Förderinstrumente. Mit dem KfW-Programm 432 Energetische Stadtsanierung - Quartierskonzepte und Sanierungsmanagement als Schnittstelle lassen sich unterschiedliche Maßnahmen und Programme sinnvoll verknüpfen.

 

Quartierskonzepte und Sanierungsmanagement als Schnittstelle zwischen weiteren KfW-Förderprogrammen und anderen Initiativen von Bund, Ländern und EU

 

Was wird gefördert?

Gefördert werden im Rahmen des Zuschussprogramms 432 die Kosten für die Erstellung eines integrierten energetischen Quartierskonzepts. Förderfähig sind die im Rahmen des Projekts anfallenden Sach- und Personalausgaben für fachkundige Dritte, beispielsweise Energietechnik- und Planungsbüros. Ein Sanierungsmanagement kann bis zu drei Jahre gefördert werden. Zudem besteht ab 1. Dezember 2015 die Möglichkeit, den Förderzeitraum um weitere zwei Jahre auf bis zu fünf Jahre aufzustocken. Förderfähig sind die Personalkosten für Fachpersonal sowie Sachkosten in Höhe von bis zu 10% der Personalausgaben.

Beide Fördergegenstände, Quartierskonzept und Sanierungsmanagement, werden mit 65% aus Mitteln des Bundes über die KfW bezuschusst. Der Restbetrag in Höhe von 35% ist durch die Kommune zu erbringen. Teile davon können auch durch Dritte (zum Beispiel Stadtwerk, Wohnungsgesellschaft, Privateigentümer, Energieversorger) getragen werden. Bis zu 20% der förderfähigen Kosten können auch aus Fördermitteln der EU oder der Länder finanziert werden. Die Finanzierung aus Mitteln des Bundes und/oder der Länder darf dabei einen Anteil von 85% nicht überschreiten. Für finanzschwache Kommunen mit Haushaltssicherungskonzept kann der Eigenanteil im Einzelfall auf 5% der förderfähigen Kosten reduziert werden.

Die Fördermittel können von der Kommune an Dritte weitergereicht werden, z.B. an privatwirtschaftlich organisierte oder gemeinnützige Akteure wie Stadtwerke, Wohnungsunternehmen oder Sanierungsträger.

 

Welche Förderprogramme unterstützen die Umsetzung?

Das KfW-Programm 432 Zuschüsse für integrierte Quartierskonzepte und Sanierungsmanager unterstützt in besonderer Weise die wirksame Kombination verschiedener Förderinstrumente. Es ist Teil der KfW-Förderprogrammpalette für die energetische Stadtsanierung und energieeffiziente Sanierung.

Kommunale Infrastruktur

  • Energetische Stadtsanierung – Quartiersversorgung: energieeffiziente Wärme- und Kälte-, Wasser- und Abwassersysteme in kommunalem Eigentum (IKK, Nummer 201, Kredit) beziehungsweise im Eigentum kommunaler und sozialer Unternehmen (IKU, Nummer 202, Kredit); für diese Programme werden ab 1. Dezember 2015 Tilgungszuschüsse eingeführt

Gebäude der kommunalen und sozialen Infrastruktur

  • Energieeffizient Bauen und Sanieren: bauliche und technische Sanierung von Nichtwohngebäuden sowie energieeffizienter Neubau in kommunalem Eigentum (IKK, Nummer 217, 218, Kredit) beziehungsweise im Eigentum kommunaler und sozialer Unternehmen (IKU, Nummer 219, 220, Kredit)

Wohngebäude und gewerbliche Gebäude

  • Energieeffizient Sanieren: umfassende Maßnahmen (KfWEffizienzhaus) und Einzelmaßnahmen an Wohngebäuden (Nummer 151, 152, Kredit und Nummer 430, Zuschuss)
  • Energieeffizient Sanieren – Baubegleitung: energetische Fachplanung und Baubegleitung (Nummer 431, Zuschuss)
  • Energieeffizient Bauen: Neubau – auch Ersatzbauten – energieeffizienter Wohngebäude (Nummer 153, Kredit)
  • Energieeffizienzprogramm: Neubau und Sanierung gewerblicher Gebäude (Nummer 276 – 278, Kredit)

Synergieeffekte können außerdem in Programmgebieten der Städtebauförderung oder in Verbindung mit weiteren Programmen von EU, Bund und Ländern entstehen.