Begleitforschung: ein lernendes Programm

Für viele Herausforderungen der energetischen Stadtsanierung liegen bislang kaum Erfahrungen vor: Wie wirken die Modernisierung der Netzinfrastruktur für effizientere Fernwärme und eine Gebäudesanierung zusammen? Wie lassen sich z.B. Eigentümer dafür mobilisieren, statt dezentraler Einzelheizungen ein gemeinsames effizienteres Blockheizkraftwerk zu betreiben?

Um Erkenntnisse aus der Programmumsetzung für Praxis, Wissenschaft und Politik zu gewinnen, wurde vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherkeit, dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) und der KfW eine Begleitforschung beauftragt. Im Rahmen des Forschungsprojektes wurden 63 Pilotprojekte, die als Erste bundesweit mit der Ausarbeitung integrierter energetischer Quartierskonzepte begonnen haben, wissenschaftlich begleitet. Empfehlungen für die Weiterentwicklung des Förderprogramms Energetische Stadtsanierung und für die weitere Praxis vor Ort wurden erarbeitet.

Die Begleitforschung erfüllte eine doppelte Aufgabe. Sie war fachlich-forschend und kommunikativ-begleitend zugleich tätig:

schematische Darstellung der Begleitforschung als fachliche Aufgabe und Kommunikationsaufgabe mit Nennung von Aufgabenbereichen und Adressaten

 

Die Begleitforschung führte hierbei vier Blickwinkel zusammen:

  • planungswissenschaftliche Perspektive: energetische Quartierskonzepte konzipieren und als Stadtentwicklungsinstrument implementieren,
  • ingenieurs- und umweltwissenschaftliche Perspektive: energie- und klimapolitische Ziele und Effekte einer energetischen Stadtsanierung wirksam machen,
  • politik- und sozialwissenschaftliche Perspektive: Akteure zusammenführen, Interessen sammeln, Prozesse gestalten, Umsetzung koordinieren,
  • ökonomische Perspektive: Anreize schaffen und Finanzierung gestalten.

Sie nahm die Erfahrungen der Pilotprojekte auf, führte Befragungen, Workshops und Konferenzen durch. Zwölf ausgewählte Stellvertreterprojekte wurden vertieft begleitet. Die Ergebnisse wurden in Flyern, Broschüren sowie auf dieser Website für alle am Thema Interessierten präsentiert.